Belastungen für die deutsche Süßwarenwirtschaft

Lage der deutschen Süßwarenindustrie angespannt – Politik muss Stärkung der heimischen Wirtschaft oberste Priorität einräumen

Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI) steht weiter vor großen Herausforderungen. Das vergangene Jahr und auch das erste Tertial 2023 waren für die über 200 Hersteller von Süßwaren und Knabberartikeln durch große wirtschaftliche und politische Unsicherheiten geprägt. Dabei wirken sich insbesondere die seit Beginn des Ukrainekrieges stark gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten aus.

Insgesamt 28 Prozent der Unternehmen der deutschen Süßwarenindustrie melden im 1. Tertial 2023 Absatzrückgänge. Die Ertragslage hat sich sogar bei 31 Prozent der Unternehmen verschlechtert. Als Hauptursachen für den Absatzrückgang von Süßwaren am deutschen Inlandsmarkt nennen 76 Prozent der Unternehmen die hohe Inflation und die dadurch gesunkene Kaufkraft in Deutschland, 39 Prozent nennen Herausforderungen in den Lieferketten und dadurch bedingte geringere Produktionsmöglichkeiten.

Dies sind die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage des BDSI unter seinen Mitgliedern zur Konjunkturentwicklung im 1. Tertial 2023.

Die größten Kostentreiber aus Sicht der Unternehmen sind gestiegene Kosten für Rohstoffe (95 Prozent), gefolgt von steigenden Energiekosten (84 Prozent), Personalkosten (79 Prozent) sowie Logistikkosten (56 Prozent). Insgesamt 34 Prozent der Unternehmen sehen vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen die internationale Wettbewerbsfähigkeit ihres Unternehmens gefährdet. 67 Prozent sehen die Attraktivität des Standorts Deutschland langfristig geschwächt. Hierzu tragen auch politische Herausforderungen bei. Besonders zu schaffen machen den Unternehmen unterschiedliche Kennzeichnungsvorschriften innerhalb der EU (88 Prozent), steigende Gas- und Strompreise (86 Prozent), die Anforderungen des Lieferkettengesetzes (83 Prozent), die Kunststoffdiskussion, insbesondere Verpackungsumstellung/Verpackungssteuer (83 Prozent) sowie die Diskussion um eine Umstellung auf andere Energieträger (82 Prozent).

„Die Bundesregierung muss der konsequenten Stärkung der heimischen Wirtschaft oberste Priorität einräumen, denn nur dann können Arbeitsplätze, Investitionen und Wertschöpfung am Standort Deutschland langfristig gesichert werden“, sagt Bastian Fassin, Vorsitzender des BDSI. „Immer neue regulatorische Auflagen können vor allem die kleineren und mittleren Unternehmen der deutschen Süßwarenindustrie gerade in Zeiten dieser enormen wirtschaftlichen Herausforderungen nicht mehr zusätzlich stemmen.“

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