Fermentierte Kakaobohnen werden in eine Box gegeben

Europäische Gesetzgebung verschärft Situation der deutschen und europäischen Verarbeiter zusätzlich

Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI) blickt mit großer Sorge auf die Entwicklung beim Kakao und zwar sowohl mit Blick auf die Verfügbarkeit als auch auf den Preis des wichtigsten Rohstoffs der Schokolade. Kakao ist so teuer wie nie und der Preis klettert seit Wochen immer weiter. Diese Entwicklung ist einem knappen Angebot geschuldet, wie aus den Anbauländern selbst berichtet wird. Die Situation verschärft sich für die deutschen und europäischen Kakaoverarbeiter durch klimatische Bedingungen, wachsende Nachfrage in Asien und europäische Gesetzgebung.

„Bei einem Rückgang des Angebots haben die Lieferländer die Auswahl, in welche Regionen der Welt sie ihren Kakao liefern möchten. Für Lieferungen in die EU sind zukünftig durch die Anforderungen etwa der EU-Entwaldungsverordnung oder des EU-Lieferkettengesetzes (CSDDD) ein deutlich höherer bürokratischer Aufwand notwendig als beispielsweise für Lieferungen in die USA oder auch die Boomländer Asiens. Unternehmen in Europa haben somit gegenüber Wettbewerbern in anderen Regionen der Welt einen deutlichen Nachteil“, erläutert Dr. Carsten Bernoth, Hauptgeschäftsführer des BDSI. „Dies ist umso ärgerlicher, als sich die europäische Süßwarenindustrie bereits auf einem sehr guten Weg hin zu mehr Nachhaltigkeit im Kakaosektor befindet.“

Der BDSI erwartet deshalb sowohl von der Bundesregierung als auch dem europäischen Gesetzgeber, dass sie gegenüber den Regierungen der wichtigsten Produzentenländern darauf drängen, dass der hohe Kakaopreis auch bei den Farmern ankommt, um für die Ausweitung des nachhaltigen Kakaoanbaus zur Verfügung zu stehen.

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