Politik muss weitere Aushöhlung des EU-Binnenmarkts verhindern - erhebliche Hindernisse für mittelständische Unternehmen

Politik muss weitere Aushöhlung des EU-Binnenmarkts verhindern

Vor 30 Jahren startete am 01.01.1993 der europäische Binnenmarkt mit der für die Branche wichtigen Warenverkehrsfreiheit und hat unter anderem auch den Außenhandel mit Süßwaren beflügelt. Ein Vergleich der Süßwarenexporte des Jahres 1993 mit 2022 zeigt die immense Dynamik, die der Außenhandel mit Süßwaren in diesen Jahren verzeichnet hat. So erhöhte sich seit der Einführung des Binnenmarktes die Menge der exportierten Süßwaren gesamt von 569.000 Tonnen im Jahr 1993 um +333 % auf 2,5 Mio. Tonnen im Jahr 2022. Der Wert der aus Deutschland ausgeführten Süßwaren und Knabberartikel hat von 1,4 Mrd. € im Jahr 1993 um +612 % auf 10,3 Mrd. € im Jahr 2022 zugelegt.

Heute hält man uneingeschränkten Warenverkehr in einem Wirtschaftsraum mit bald 450 Millionen Einwohnern für selbstverständlich. Der Brexit und der damit einhergehende Verlust von ca. 67 Millionen Verbraucherinnen und Verbraucher zeigen, wie wichtig das Bemühen um den Erhalt der Warenfreiheit für die deutsche Wirtschaft ist. 2019, im Jahr vor dem Brexit lag der Anteil Großbritanniens an den EU-Exporten mit 6,7 Mrd. € bei 11,4 %.

"Das 30. Jubiläum des Binnenmarktes muss ein Weckruf für die europäische Politik sein, der Zersplitterung insbesondere durch das Kennzeichnungsrecht entgegenzutreten und sich bei Gesetzesvorhaben wieder auf die Stärkung des Gemeinsames Marktes und der Rechtsvereinheitlichung zu besinnen. Denn seit Jahren sind wir Zeugen einer sukzessiven Erosion des Gemeinsamen Marktes. Für die Lebensmittelproduktion haben die EU-Mitgliedstaaten bei der Nährwertkennzeichnung oder der Umwelt- bzw. Recyclingkennzeichnung, aber auch der Herkunftskennzeichnung oder den Zusatzstoffregelungen eigene Wege beschritten und den einheitlichen Rechtsrahmen durch nationale Sonderregelungen zerstört", erläutert Dr. Carsten Bernoth, Hauptgeschäftsführer im Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI).

Der BDSI fordert deshalb eine Trendumkehr, nämlich dass der Binnenmarkt nicht weiter ausgehöhlt, sondern stattdessen erhalten, weiter ausgebaut und wieder in den Fokus der europäischen Wirtschaftspolitik gerückt wird. Dies hat der Verband kürzlich in einem Schreiben an EU-Präsidentin Ursula von der Leyen nachdrücklich eingefordert.

Der Branchenverband:
Der BDSI vertritt die wirtschaftlichen Interessen von über 200 meist mittelständischen deutschen Süßwarenunternehmen. Er ist sowohl Wirtschafts- als auch Arbeitgeberverband. Die deutsche Süßwarenindustrie ist mit einem Anteil von etwa 10 % am Umsatz die viertgrößte Branche der deutschen Ernährungsindustrie. Ihr besonderes Kennzeichen ist ihre starke Exportorientierung. Die deutschen Süßwarenhersteller beschäftigen rund 60.000 Mitarbeiter. Im BDSI sind sowohl die großen, international tätigen Unternehmen der Süßwarenindustrie organisiert, aber gleichzeitig vor allem auch sehr viele kleine und mittelständische Unternehmen. Die Betriebsgrößenstruktur der Branche setzt sich wie folgt zusammen: 51 % Kleinbetriebe (bis 100 Mitarbeiter), 42 % mittlere Betriebe (bis 500 Mitarbeiter) und 7 % Großbetriebe (über 500 Mitarbeiter). Weitere Informationen finden Sie unter www.bdsi.de.

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