Ein Einkorn-Feld im Sommer.

Getreide ist ein wichtiger Bestandteil unserer Ernährung. Als häufigste Getreidesorte weltweit ist Weizen den meisten Menschen ein Begriff; auch Roggen und Hafer erfreuen sich großer Beliebtheit. Weniger bekannt hingegen sind so genannte Urgetreide-Arten, obwohl diese auf eine lange Geschichte zurückblicken: Diese Vorgänger von dem uns so vertrauten modernen Weizen wurden schon vor mehr als 10.000 Jahren angebaut.

Botanisch gesehen entstammen die Urgetreidesorten der Familie der Süßgräser, also der gleichen Pflanzenfamilie wie Weizen, Roggen und Hafer. Als Vorfahren der modernen Getreidearten wurde Urgetreide wie Emmer und Einkorn, aber auch Khorasan-Weizen und Urroggen bereits vor tausenden Jahren angebaut und so etwa zu Mehl weiterverarbeitet. Da sie sich allerdings weniger zum Backen eignen als beispielsweise Weizen (und auch die Weiterverarbeitung deutlich schwieriger ist), wurden diese Arten schließlich von modernen Getreidearten verdrängt.

Heute finden verschiedene Urgetreide-Sorten wieder Einzug in die Backstuben – auch im industriellen Maßstab. Um die Zubereitung von Produkten mit Urgetreide zu erleichtern, wird das Mehl jedoch mit solchem aus Weizen oder Dinkel gemischt. Auf diese Weise entstehen immer mehr wohlschmeckende Alternativen zu uns bereits bekannten Produkten. Und so gibt es im deutschen Lebensmitteleinzelhandel immer häufiger Brotsorten, aber auch Kekse und Knusperstangen, die beispielsweise mit Einkorn oder Emmer hergestellt werden.

Auch aus ökologischer Perspektive kann Urgetreide mit den modernen Getreidearten mithalten: Besonders Einkorn zeichnet sich durch seine bemerkenswerte natürliche Resistenz gegen Schädlinge aus. Der Anbau wird auch dadurch erleichtert, dass Einkorn weniger Dünger benötigt als andere Getreide-Arten.

Während Urgetreide ein Comeback feiert, wird auch Pseudogetreide immer beliebter. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Pflanzen, die Getreide äußerlich zwar stark ähnelt, botanisch jedoch zu anderen Pflanzenfamilien gehört. Quinoa, Amaranth und Buchweizen zählen alle zu den Pseudogetreidearten.

Pseudogetreide ist von Natur aus glutenfrei. Wer Gluten meidet oder einfach Abwechslung in der Ernährung wünscht, kann Pseudogetreide gut in den Speiseplan integrieren. Da das fehlende Gluten das Backen erschwert, werden Pseudogetreidesorten allerdings eher als Beilagen verwendet. Dennoch ist es vielseitig in der Küche: So können es Popcornfans einfach mal mit gepopptem und geröstetem Amaranth versuchen. Auch für Salate ist Pseudogetreide gut geeignet. Und selbst beim Knäckebrot können inzwischen glutenfreie Varianten gewählt werden, die zum Beispiel Buchweizen und Quinoa kombinieren. In gut sortierten Supermärkten findet man zudem oft Kekse aus Buchweizen kombiniert mit herkömmlichem Weizen – das ist zwar nicht glutenfrei, ist durch die Kombination von modernem Getreide und Pseudogetreide aber eine geschmacklich durchaus spannende Alternative im Gebäck-Sortiment.

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