Blick auf Kakaobohnen auf braunem Untergrund.

Kaum Entspannung auf Kakaomarkt

Das wirtschaftliche Umfeld für die deutsche Süßwarenindustrie ist komplexer und instabiler als je zuvor. Insbesondere bei den Preisen für Kakao, dem wichtigsten Rohstoff für Schokolade, ist nach der Preisexplosion Mitte 2023 kaum Entspannung zu erkennen. Der Kakaopreis bewegt sich im langfristigen Vergleich weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Aktuell hat er zwar etwas nachgegeben, liegt aber immer noch doppelt bis dreimal so hoch wie noch vor drei Jahren. Auch die Verfügbarkeit von bestimmten Kakaoqualitäten ist teilweise ein Problem.

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„Das liegt vor allem an der Krise auf dem Kakaomarkt, bedingt u.a. durch schlechte Ernten, Pflanzenkrankheiten und überalterte Baumbestände in den Hauptanbauländern Côte d'Ivoire und Ghana in Westafrika“, sagt Dr. Carsten Bernoth, Hauptgeschäftsführer im Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI). „Durch den weltweiten Klimawandel werden die Abstände zwischen Extremwetterereignissen, die Ernten stark reduzieren können, immer kürzer. Dies macht auch künftige Kakao-Ernten deutlich unsicherer und weniger planbar als in der Vergangenheit“, so Bernoth weiter. Nicht nur beim Kakao, sondern auch bei Mandeln und Haselnüssen bereiten die starken Preissteigerungen Sorgen. 

Rohstoffpreisentwicklungen können Auswirkungen auf die Endverbraucherpreise einzelner Produkte haben, kommen grundsätzlich jedoch aufgrund der komplexen Lieferkette immer mit zeitlichem Versatz im Lebensmitteleinzelhandel an. 

Die über 200 Hersteller von Süßwaren und Knabberartikeln berichten 2025 von einer angespannten wirtschaftlichen Lage, bedingt durch anhaltende geopolitische Unsicherheiten, deutliche Kostensteigerungen und ausufernde bürokratische Anforderungen. Das sind die zentralen Ergebnisse der jüngsten BDSI-Konjunkturumfrage unter seinen Mitgliedsunternehmen. Die größten Kostentreiber sind laut Einschätzung der Betriebe die gestiegenen Personalkosten (90 Prozent) sowie die Preisanstiege bei Rohstoffen (80 Prozent). Hinzu kommen Belastungen durch Energiepreise (40 Prozent) und Logistikkosten (32 Prozent).

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