Dr. Anja Gassner, Managing Director beim Center for International Forestry Research (CIFOR) in Bonn, betont grundsätzlich, dass Niederschläge den wichtigsten Umweltfaktor darstellen, der Kakaoerträge beeinflusst. Eine durchschnittliche Niederschlagsmenge von 1.400 bis 2.000 mm pro Jahr reicht aus, um das Wachstum der Kakaobäume zu fördern, und weniger als 1.200 mm pro Jahr führen zu Wasserdefiziten im Boden und zu geringerem Wachstum und Ertrag. Die jahreszeitliche Verteilung der Niederschläge ist jedoch oft wichtiger als die jährliche Gesamtmenge, und verschiedene Bodentypen haben unterschiedliche Wasserrückhalteeigenschaften, die die Empfindlichkeit der Kakaobäume gegenüber Bodenwasserdefiziten verändern.
Längere Trockenperioden können erhebliche negative Auswirkungen auf Wachstum und Ertrag der Bäume haben. Aber auch zu viel Niederschlag, etwa während der Blütezeit, kann verheerende Konsequenzen nach sich ziehen. Wenn es in dieser sensiblen Phase zu früh, zu viel und zu lange regnet, verlieren die Kakaobäume ihre Blüten in großem Umfang und es können erst gar keine oder viel zu wenige Früchte entstehen. Warum der fortschreitende Klimawandel gegenwärtig verbreiteten Anbausystemen besonders zu schaffen macht, erläutert Dr. Gassner in diesem Video.
