Auch Joghurt und Eiscreme helfen vorbeugen: Geringeres Endometriose-Risiko für Frauen dank erhöhtem Verzehr von Milcherzeugnissen in der Jugend

Geringeres Endometriose-Risiko für Frauen dank erhöhtem Verzehr von Milcherzeugnissen in der Jugend

US-Amerikanische Forschende haben bei Frauen das Risiko, an Endometriose zu erkranken, unter die Lupe genommen. Bei erwachsenen Frauen wurde bereits der Zusammenhang hergestellt, dass ein erhöhter Konsum von Milchprodukten einher geht mit einer geringeren Häufigkeit der Diagnose Endometriose. Aber es gab bislang keine Literatur dazu, ob bereits ein solch erhöhter Verzehr im Jugendalter das Endometriose-Risiko günstig beeinflussen könnte. Deshalb hat ein Forschungsteam um James L. Nodler vom Department of Obstetrics, Gynecology, and Reproduktive Biology der Brigham and Women’s Hospital and Harvard Medical School in Bosten seit 1989 umfangreich erhobene Daten der amerikanischen Nurses‘ Health Study II (NHSII) ausgewertet.

Die vollständige Kohorte setzte sich ursprünglich aus 116.429 US-amerikanischen Krankenschwestern im Alter zwischen 25 bis 42 Jahren zusammen. Alle zwei Jahre erhielten die Teilnehmerinnen Fragebögen, um zu Lebensstilfaktoren, gesundheitlichen Themen und auch Krankheitsdiagnosen Auskunft zu geben.

Über Endometriose

Bei einer Endometriose findet sich in der Regel gutartiges Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter. Dies verursacht Schmerzen im Unterleib, vor allem während der Regelblutung. In schweren Fällen steht die operative Entfernung im Vordergrund.

Im Jahr 1998, als die Teilnehmerinnen ein Alter zwischen 34 und 51 Jahren erreichten, wurden sie eingeladen, erneut einen Fragebogen ausfüllen. Sie sollten Angaben über die Verzehrshäufigkeit von 124 verschiedenen Lebensmitteln während ihrer High-School-Zeit machen. Abgefragt wurde auch der Verzehr von Milch/Milcherzeugnissen. Dieser Fragebogen wurde bereits 1997 versandt; die Umfrage galt im Jahr 1998 als abgeschlossen. Es hatten 47.355 Frauen teilgenommen.

Für die von Nodler et. al. nun durchgeführte Analyse wurden alle Befragten exkludiert, die eine ungesicherte Endometriose-Diagnose hatten, die an Krebserkrankungen litten, bei denen eine teilweise oder vollständige Gebärmutterentfernung durchgeführt wurde (Hysterektomie) oder die sich zum Zeitpunkt der Abgabe des Fragebogens bereits in den Wechseljahren befanden. Ebenso wurden Frauen mit nicht plausibler täglicher Kalorienaufnahme (unter 500 und über 5.000 kcal) ausgeschlossen. Alles in allem blieben so 32.868 Teilnehmerinnen übrig. Soweit möglich, wurden deren Folgefragebögen aus den Jahren 1998 bis 2013 mit in die Analyse aufgenommen.

Frauen, die in ihrer High-School-Zeit eine oder mehr Portionen Eiscreme pro Woche genossen, hatten ein um 38 Prozent geringeres Risiko für Endometriose als jene, die weniger als einmal pro Woche Speiseeis verzehrten.

Die Ergebnisse: Unter den Frauen, die den Fragebogen zur Verzehrshäufigkeit von Lebensmitteln während der High-School-Zeit im Jahr 1998 vollständig ausgefüllt hatten, konnten 581 Fälle von mittels Bauchspiegelung (Laparoskopie) diagnostizierter Endometriose identifiziert werden. In weiteren Modellierungen konnten die Forschenden schließlich erkennen, dass ein regelmäßiger Verzehr von Milch/Milcherzeugnissen während der Jugendzeit mit einem geringeren Risiko assoziiert ist, im Erwachsenenalter an Endometriose zu erkranken. Unter Berücksichtigung von Kontroll- bzw. Störvariablen kommt das Forscherteam zu dem Schluss, dass der Verzehr von mehr als vier Portionen Milchprodukte am Tag während der Jugend zu einem insgesamt 32 Prozent geringeren Risiko führt, später an Endometriose zu erkranken, als bei einer Portion am Tag. Keinen Unterschied machte, ob Frauen als Jugendliche und Heranwachsende fettreiche oder fettarme Milch/Milcherzeugnisse zu sich genommen hatten.

Zudem konnten die Forschenden ermitteln, dass insbesondere der Verzehr von Eiscreme- und Joghurtprodukten positive Auswirkungen auf die spätere Diagnosestellung hatte. Wer mindestens zweimal pro Woche Joghurt gegessen hatte, hatte statistisch ein um 29 Prozent geringeres Risiko, in der Folge an Endometriose zu erkranken als Personen, die angaben, nur weniger als einmal pro Woche Joghurt zu verzehren. Bei Eiscreme waren die Effekte noch günstiger: Frauen, die in ihrer High-School-Zeit eine oder mehr Portionen pro Woche genossen, hatten sogar ein um 38 Prozent geringeres Risiko für Endometriose als jene, die weniger als einmal pro Woche Speiseeis verzehrten.

Die Schlussfolgerung der Forschenden liest sich sodann auch wie eine konkrete Empfehlung: Vor allem der Konsum von Eiscreme- und Joghurtprodukten in der Jugend scheint das Risiko für Frauen signifikant zu senken, später an Endometriose zu erkranken.

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