
Stress belastet Deutschland
Jüngere und Frauen mehr betroffen
Der TK-Stressreport entstand 2025 im Auftrag der TK auf Basis einer Befragung von circa 1.400 Menschen im Alter ab 18 Jahren aus allen Bundesländern. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Stress nicht alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen betrifft. Besonders stark belastet sind offenbar jüngere Menschen. So gaben 83 Prozent der 18- bis 39-Jährigen an, sich häufig oder zumindest manchmal gestresst zu fühlen. Bei den 40- bis 59-Jährigen lag dieser Anteil bei 79 Prozent. Deutlich geringer fällt die Belastung hingegen bei den über 60-Jährigen aus, von denen lediglich 38 Prozent Stress als Belastung angaben. Es zeigten sich auch geschlechterspezifische Unterschiede: Während 71 Prozent der Frauen von erhöhter Stressbelastung berichten, sind es bei den Männern „nur“ 60 Prozent.
Zu hohe Anforderungen belasten
Die Gründe für den zunehmenden Stress sind vielfältig. Als häufigster Stressauslöser werden hohe Ansprüche genannt, die die Befragten an sich selbst stellen. Darüber hinaus tragen berufliche Anforderungen, Schule und Studium, politische und gesellschaftliche Entwicklungen sowie Termine, Verpflichtungen und Haushaltstätigkeiten zu einer erhöhten Belastung bei. Diese dauerhafte Beanspruchung bleibt nicht ohne Folgen, denn Stress wirkt sich nachweislich auf die körperliche und psychische Gesundheit aus. Betroffene berichten von Erschöpfung, Unruhe und Gereiztheit; auch körperliche Beschwerden wie Muskelverspannungen und Rückenschmerzen können durch Stress ausgelöst oder verstärkt werden.
Lebensglück kann schützen
Wie lässt sich dieser Entwicklung begegnen? Befragte nennen diverse Strategien, um mit Stress umzugehen, darunter Spaziergänge, Lesen oder Yoga. Unter Experten gilt aber insbesondere ein Faktor als zentraler Schutzmechanismus: das sogenannte Lebensglück. Professorin. Dr. Judith Mangelsdorf, Psychologin, Glücksforscherin und Professorin für Positive Psychologie, betont im Rahmen des TK-Stressreports: „Das Lebensglück beziehungsweise die Erfüllung ist ein sehr starker Schutzfaktor, um mit erhöhtem Stress und psychischen Erkrankungen umgehen zu können.“ Sie empfiehlt, gezielt positive Erfahrungen in den Alltag zu integrieren und dabei möglichst medienfrei zu bleiben. Dabei gehe es nicht um außergewöhnliche Erlebnisse oder große Highlights, denn schon kleine Glücksmomente können positive Emotionen auslösen. Diese wiederum helfen dabei, negativen Gefühlen entgegenzuwirken und dadurch langfristig Resilienz aufzubauen. Auf diese Weise, so Mangelsdorf, werde „nachhaltig zu tiefem Lebensglück“ beigetragen.
Genuss und das Genießenkönnen können das Wohlbefinden steigern
Wie diese positiven Erfahrungen konkret aussehen und optimal in den Alltag integriert werden können, beschreibt die Ernährungswissenschaftlerin Dr. Christina Steinbach. Ein zentraler Ansatz ist für sie der bewusste Genuss. „Wir können im Alltag nahezu unbegrenzt Genussmomente erleben. Wir müssen allerdings offen dafür sein. Nur, wenn ich mich auf Genuss aktiv einlasse, kann ich ihn auch bewusst wahrnehmen und meine Lebensqualität damit steigern“, so Steinbach. Die Wege zu bewusstem Genuss sind dabei vielfältig und individuell. Als alltagstaugliches Beispiel nennt Steinbach die BSDI Genuss-Box 2.0, an deren Entwicklung sie gemeinsam mit ihrem Team vom Netzwerk Dr. Ambrosius ® maßgeblich beteiligt war. Die Box bündelt viele niedrigschwellige Übungen, die dazu anregen, kurze Genussmomente bewusst zu erleben und sie dabei mühelos in den Alltag zu integrieren, und kann Steinbach zufolge als effektives Werkzeugset gegen Stress dienen. Mehr zur Genuss-Box finden Sie hier und hier.
Die Ergebnisse des TK-Stressreports machen deutlich, dass Stress für viele Menschen zur alltäglichen Herausforderung geworden ist. Umso wichtiger ist es, sich Strategien anzueignen, um persönliche Ressourcen zu stärken und Resilienz aufzubauen. Das Lebensglück kann als Schutzfaktor dienen, muss aber aktiv durch positive Erfahrungen kultiviert werden. Bewusste Genussübungen können dabei einen wichtigen Beitrag leisten, um Stress abzubauen und langfristig für mehr Wohlbefinden zu sorgen.