Süßwarenindustrie blickt auf schwieriges Jahr 2020 zurück. Coronavirus-Krise setzt Branche im wichtigen Exportgeschäft stark zu.

Süßwarenindustrie blickt auf schwieriges Jahr 2020 zurück

Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI) blickt für die Branche mit ihren genussbringenden Produkten im Jahr 2020 auf eine weitgehend stabile Entwicklung bei Absatz und Umsatz zurück. Die Produktionsmenge lag auf Vorjahresniveau (0,0 %), der Umsatz sank jedoch um -0,5 %. Die statistische Datenlage verstellt allerdings den Blick auf die wirtschaftlich deutlich angespannte Situation in der Branche, die zudem sehr vielschichtig und differenziert von der Pandemie getroffen wurde.

So stellen die in der andauernden Coronavirus-Krise erheblich gestiegenen Kosten in den Unternehmen und Unsicherheiten im wichtigen Exportgeschäft die über 200 industriellen Hersteller deutscher Süßwaren und Knabberartikel vor enorme Herausforderungen. Erstmalig seit Jahren entwickelte sich die Anzahl der Beschäftigten negativ und sank um -1,6 %.

Coronavirus-Krise belastet die Unternehmen

Die gesamte Wirtschaft Deutschlands wurde 2020 stark von der Corona-Krise getroffen. Auch die Geschäftslage der mittelständisch geprägten deutschen Süßwarenindustrie insgesamt hat sich aufgrund der Coronavirus-Krise gegenüber der Vor-Coronavirus-Zeit verschlechtert. Dies bestätigt auch die aktuelle Konjunkturumfrage des BDSI bei seinen Mitgliedern (Januar 2021). 65 Prozent der Unternehmen beurteilten die Geschäftslage zu Jahresbeginn 2021 schlechter als vor einem Jahr. Zwar stieg der Süßwarenabsatz im deutschen Lebensmittel-Einzelhandel, doch können diese Zuwächse die Einbrüche im Export und in wichtigen Vertriebskanälen wie Travel Retail oder Volksfesten und Weihnachtsmärkten nicht ausgleichen. Auch fehlten durch die langanhaltenden Kontaktbeschränkungen für die Süßwarenbranche wichtige Geschenkanlässe.

Die Süßwarenhersteller haben während der gesamten Corona-Krise ihr Bestes gegeben, um die Produktion am Laufen/aufrecht zu halten und so einerseits die Versorgung der Verbraucher mit den nachgefragten leckeren Produkten sicher zu stellen und andererseits die Arbeitsplätze in den Unternehmen zu erhalten. Doch auch die Süßwarenbranche leidet unter den derzeitigen wirtschaftlichen Bedingungen:

  • Herausforderungen durch massiv gestiegene Kosten durch u. a. Implementierung von Hygienekonzepten, Ausfälle in der Belegschaft aufgrund der Situation bei der Kinderbetreuung, Logistikkosten, Verpackungsmaterial, Rohstoffe, höhere Krankenstände
  • weitgehende Unsicherheit im Exportgeschäft und zeitweilig geschlossene Grenzen führten zu Schwierigkeiten und Verzögerungen in den Lieferketten
  • Fachkräftemangel: Derzeit sind alle Berufsschulen nur eingeschränkt handlungsfähig und die Aus- und Weiterbildung stockt.

Die Unternehmen des BDSI und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten enorm hart, trotzen dieser Krise so gut wie möglich und blicken deshalb mit großer Sorge auf weitere gesetzgeberische Maßnahmen, welche die mittelständische Ernährungswirtschaft weiter zu belasten drohen.

„In der aktuellen Situation können die Unternehmen der deutschen Süßwarenindustrie keine weitere zusätzliche Belastung mehr stemmen. Und auch nach der Krise wird die Branche eine Weile zur Erholung brauchen. Es ist daher nicht die Zeit für neue kostspielige Regulierungen wie eine erweiterte Nährwert- oder Klimakennzeichnung oder ein bürokratisches nationales Lieferkettengesetz“, sagt Bastian Fassin, Vorsitzender des BDSI.

Konjunkturentwicklung der deutschen Süßwarenindustrie 2020

Nach Schätzungen des BDSI blieb die Produktion der in Deutschland hergestellten Süßwaren und Knabberartikel im Jahr 2020 mit ca. 3,9 Mio. t stabil (+0,0 %). Wertmäßig entwickelte sich die Produktion mit rund 12,7 Mrd. € hingegen negativ (-0,5 %). Den Schätzungen des BDSI liegen die amtlichen Zahlen des Statistischen Bundesamtes und die Marktdaten der einschlägigen Marktforschungsinstitute zugrunde.

Das Inlandsangebot (= Produktion + Einfuhr - Ausfuhr) lag im Jahr 2020 mengenmäßig bei knapp 2,8 Mio. t (+2,6 %), der Inlandsumsatz bei schätzungsweise 9,0 Mrd. € (+3,7 %).

Deutliche Rückgänge im wichtigen Exportgeschäft

Das für die deutsche Süßwarenindustrie so wichtige Exportgeschäft mit Süßwaren und Knabberartikeln entwickelte sich 2020 aufgrund der globalen Coronavirus-Krise und weiterer Unwägbarkeiten im Welthandel wie die Folgen des Brexit oder die weiterhin bestehende Erhebung von US-Strafzöllen auf gesüßte Kekse und Waffelprodukte deutscher Hersteller negativ. Insgesamt wurden schätzungsweise 2,2 Mio. t Süßwaren und Knabberartikel exportiert. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von -2,9%. Der Exportumsatz sank im Jahr 2020 um -3,3 % auf rund 8,4 Mrd. €.

Mit einem Exportanteil in der Menge von über 50 % geht mehr als jede zweite Tonne deutscher Süßwaren in den Export. Rund 80 % aller Süßwarenausfuhren werden in die Mitgliedstaaten der Europäischen Union geliefert, doch steigt der Export in Drittstaaten seit Jahren kontinuierlich an.

Beschäftigtenzahl rückläufig

Die deutsche Süßwarenindustrie beschäftigte als viertgrößte Branche in der Ernährungsindustrie im Jahr 2020 rund 49.000 Mitarbeiter. Dies ist ein Rückgang um rd. 1,6 % bzw. rund 800 Arbeitsplätzen.

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