Eine andekorierte Aufnahme von ausgepackten leckeren Schokoweihnachtsmännern.

Kakaopreise und Standortfaktoren machen Schoko-Weihnachtsmännern zu schaffen

Die deutsche Süßwarenindustrie hat in diesem Jahr für die Weihnachtszeit rund 146 Millionen Schokoladen-Nikoläuse und -Weihnachtsmänner hergestellt. Gegenüber dem Vorjahr mit seinen 164 Millionen bedeutet dies ein Minus von 11 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Erhebung des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI) bei seinen Mitgliedsunternehmen zur Weihnachtssaison 2025 im Vergleich zum Vorjahr.

„Die Krise in Deutschland macht auch vor den beliebten Schoko-Weihnachtsmännern nicht halt“, sagt Dr. Carsten Bernoth, Hauptgeschäftsführer des BDSI. „Die Unternehmen in Deutschland ächzen unter Kostenbelastungen bei wichtigen Rohstoffen wie Kakao und Nüssen, aber auch bei Personal, Energie sowie Bürokratie. Hinzu kommt die Konsumzurückhaltung von Verbraucherinnen und Verbrauchern.“

Rund 56 Prozent (etwa 82 Millionen) der in Deutschland produzierten Schoko-Weihnachtsmänner wurden in den letzten Wochen an den deutschen Lebensmittelhandel, an Kaufhäuser und den Fachhandel in Deutschland ausgeliefert. Rund 44 Prozent (ca. 64 Millionen) der hierzulande hergestellten Schoko-Weihnachtsmänner gehen in den Export, und zwar nicht nur in die europäischen Nachbarstaaten, sondern u. a. auch in die USA, nach Großbritannien sowie in aktuell sommerliche Destinationen wie Neuseeland und Australien. Anders als die Entwicklung im Inland blieb der Export mit Schoko-Weihnachtsmännern noch stabil (+1,4 Prozent), was eine leicht gestiegene internationale Nachfrage nach Schoko-Weihnachtsmännern belegt.

Die Preisentwicklung im Schokoladenmarkt bleibt komplex. Auch wenn die Kakaopreise an den internationalen Rohstoffbörsen zuletzt gesunken sind, bedeutet dies nicht automatisch, dass Schokoladewaren wie Schoko-Weihnachtsmänner im Handel kurzfristig günstiger werden. Noch immer liegt der Kakaopreis trotz Entspannung weiterhin auf einem historisch hohen Niveau. Ob die jüngsten Preisrückgänge von Dauer sind, ist derzeit nicht absehbar.

Die deutsche Süßwarenindustrie weist darauf hin, dass eine Vielzahl von Marktmechanismen und strukturellen Faktoren die Preisbildung beeinflussen. Grundsätzlich gilt: Die Festsetzung der Endverbraucherpreise für Lebensmittel wie Schokolade erfolgt durch den Lebensmitteleinzelhandel. Hersteller haben darauf keinen direkten Einfluss. Rohstoffpreisentwicklungen, ob steigend oder fallend, wirken sich zudem wegen der komplexen Lieferketten erst mit zeitlichem Verzug aus. Üblicherweise dauert es mehrere Monate, bis Preisänderungen an den Rohstoffmärkten beim Endprodukt ankommen. Ein weiterer wichtiger Faktor ist das sogenannte Forward-Selling-System der Hauptanbauländer Côte d'Ivoire und Ghana. Dort wird die Kakaoernte durchschnittlich zwölf Monate im Voraus staatlich verkauft. Daher hinken die tatsächlichen Einkaufspreise der Produzenten stets den aktuellen Börsenkursen hinterher.

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